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Haid III: Stadt stellt Überlegungen vor

Im übervollen Giebelsal des Rathauses stellten OB Michael Lang und Stadtplanerin Melanie Griebe Überlegungen der Stadt Wangen zum Gebiet zwischen der Hais II und der Wittwais vor. Zu meiner seit Monaten Tiefen-wirksamen Variante waren einige Unterschiede auszumachen.

Das von der Stadt überplante Areal umfasst etwas mehr als vier Hektar, schließt den Parkplatz im Osten dabei aus. Die Grundstruktur baut dazu nicht auf eine möglichst optimierte solare Ausrichtung auf, sondern wird von der grenzparallelen Erschließungs-Straße bestimmt.

Der OB betonte die gebotene Rücksichtnahme auf die Umgebungsbebauung der vorwiegend Einfamilien- und Zweihäuser ausdrücklich, wie auch die Anforderungen der Häuschen-Bauer. Frau Griebe ging dann ins Detail:

  • Das überplante Areal erstreckt sich längs von Osten nach Westen.

  • In zwei Varianten seien ca. 120 WoE denkbar.

  • Die Bebauung mischt dabei Geschossbauten, Reihen- und Kettenhäuser sowie Doppel- und Einfamilienhäuser.

  • Die Erschließung mit ungebremster Zu- und Durchfahrt soll über die Oder- und von der Maria-Knöpfler-Straße erfolgen.

  • Die Höhenentwicklung bleibt überwiegend bei II+D. Lediglich im Osten schließt ein größerer Block das Areal etwas deutlicher ab.

  • Nähere Überlegung zur Infrastruktur [Versorgung, ‛Quartierspflege’, Inclusion, Freiräume, Grünflächen] .blieben -falls getätigt – unerwähnt.

  • OB Lang fügte noch an, dass Geschosswohnungsbau mehr um die Altstadt gesucht werde, weiter draußen aber Häuschen favorisiert würden.

In den Fragerunden zeigte sich dann, dass seitens der EFH-Befürworter ein grundlegender Dissens zu den Geschosswohnungsbau-Befürwortern besteht.

  • Einige Stimmen traten für die Einheitlichkeit des ganzen Stadtteils ein, teils mit dem Argument, dass man die Wohnungsprobleme doch nicht zwischen Wittwais und Haid lösen könne.

  • Bedeutender Fragepunkt war der Verkehr, welcher bereits heute das ganze Gebiet plagt. Vor allem die angedachte Verkehrsführung geriet ins kritische Kreuzfeuer.

  • Aufgewärmt wurde auch die Abfahrt ”Wangen-Süd“ als Ausweg aus der Misere auf der B32..

  • Sorge bereitete der Erhalt der Bäume entlang der Oderstraße.

  • Auch erfolgte der Einwand, dass die von der Stadt vorgesehene Bebauung den Gebäuden an der Oderstraße die Sonne nähme, damit auch deshalb der Wert des Häuschens sänke.

Mit Fragen nach Grundstückspreisen und Wohnungsgrößen, sowie dem in keiner Weise thematisierten Parkhaus aus meinen Vorentwürfen zeigte sich weiter gehendes Interesse aus Nichtverständnis der Intention der Veranstaltung..

Auf der anderen Seite kamen vor allem [auch durch meine Person] die allgemeineren Ansätze, soziale wie ökologische Verantwortlichkeiten und einige klare Vorstellungen zum Werden einer Siedlung als aktiver Beitrag gegen die Wohnungsnpt zum Ausdruck:

  • So kam die Verantwortung der Gesellschaft insgesamt für weniger privilegierte in verschiedenen Formen zur Sprache.

  • Die Forderung nach Architektenwettbewerben für optimale Lösungsansätze wurde laut.

  • Kritik an Einfamilienhaus-Bebauung als ein Zeichen wieder Fortentwicklungen unterblieb dabei nicht.

  • Die Frage nach dem ISEK und seinen Forderungen zu 176 WoE/a blieb nicht aus.

  • Auch der Übernahme von Verantwortung für Klima und Umwelt durch weniger Landverschwendung und mehr Hinwendung zu dichteren Wohnungsbau wurde deutlich das Wort gesprochen.

  • Angeschnitten wurde auch, ob in den Planungen die ökologischen und ökonomischen Aspekte der Einzelhausbebauung als jüngstem Bautypus des Siedlungsbaus durchgespielt wurden.

  • Die Frage nach Schaffung einer städtischen Wohngesellschaft kam auch auf.

  • Angeregt wurde die Ausrichtung als Auto-freien Siedlung.

Überdies konnte ich nicht ganz unangemerkt lassen, dass man zwar Mobilität für sich fordere, den Verkehr aber nicht wolle, dass man gerne anderen die Lasten aufzubürden suche, für sich nur die Rosinen heraus suche.

Die Stadt – so OB Lang abschließend – wolle die Bürger weiter mit einbinden, hoffe auf weiter positives Engagement.

Gegen 19:20 war die Veranstaltung dann beendet.

Das schrieb die SZ: